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Doktorand an der VUB

Jan Winter schreibt seine Doktorarbeit an der Vrije Universität Brussel und erzählt uns von seinen Erfahrungen.



Wie kam es dazu, dass Sie sich für den Studiengang an der Vrije Universiteit Brussel entschieden haben?
Eine reine pragmatische Überlegung: durch den NC für Psychologie hatte ich nach dem Bund vier Wachtsemester, wollte aber sofort anfangen zu studieren. Meine Schwester war fünf Jahre vor mir in der gleichen Lage gewesen, und hatte sich dann entschieden nach Belgien zu gehen. Hier gab und gibt es keinerlei Beschränkungen (fürs Psychologie Studium), außer einem gelungenen niederländischen Sprachexamen. Sie war mit ihrer Wahl sehr zufrieden, so dass ich auch mein Glück probieren wollte. Zwei Jahre nach Beendigung meines Studiums und einem weiterführenden Master in England, hatte man mir die Möglichkeit für eine Assistentenstelle in der Persönlichkeitspsychologie angeboten. Durch einen Glücksfall konnte ich für die Promotion mein Forschungsthema selbst wählen, und habe diese Chance dankbar ergriffen.

Wie haben Sie die verlangten Sprachkenntnisse erworben?
Ich habe in Brüssel direkt einen zweiwöchigen Crashkurs Niederländisch/Flämisch belegt. Danach habe ich probiert kleine Zeitungsartikel zusammenzufassen, und mein Schwager war so freundlich um im Tausch für das ein oder andere Bier, unregelmäßigen Verben mit mir zu pauken. Zwei Wochen später hatte ich das Examen bestanden, und hab ab dann durch Media und Kommilitonen stetig mehr dazu gelernt (und mein Deutsch etwas verludern lassen). Ich glaube, dass Rheinländer und Norddeutsche einen kleinen Bonus haben, wenn sie mit Niederländisch beginnen. Was Französisch angeht, war ich bisher zu faul, um meine geringen Schulkenntnisse zu vertiefen. Aber wer auch dies eine wenig beherrscht, kann in Brüssel noch mehr erleben (ohne geht’s auch).

Wie und wo haben Sie sich beworben?
Für mein Diplomstudium habe ich mich direkt an der Uni eingeschrieben. Für die Assistentenstelle war alles auf Emailverkehr beschränkt.

Wie haben Sie eine Wohnung gefunden?
Der Dienst ‚huisvesting‘ hatte damals auch eine Liste mit privaten Vermietern, und die habe ich dann in Uni-Nähe abgeklappert. Die zweite Adresse erwies sich direkt als Volltreffer.

Wie waren Ihre ersten Erfahrungen/Eindrücke (z.B. mit der Sprache)?
Ich bin sehr freundlich und wohlwollend aufgenommen worden. Nach den ersten 2-3 frustrierenden Partys – wo die Kommunikation durch Lärm, Alkohol und Insidern anfangs erschwert wird – verliefen die Kontakte schon viel flotter. Wenn man sich Mühe gibt, um die (flämische) Kultur zu entdecken, und die Angst vor (Sprach-)Fehlern überwindet, macht man schnell neue Freunde!

Worin sehen Sie die Vorteile Ihres Studiums in Belgien?
Die Studiengebühren sind im Vergleich mit Deutschland und England ausgesprochen niedrig. Das belgische Studium erschien mir auch immer ein klein wenig verschulter, weil straffer organisiert, als das Deutsche. Das hat den Vorteil dass man mit ein wenig Anstrengung die Regelstudienzeit von fünf Jahren problemlos schafft, und schneller auf den Arbeitsmarkt kann, dann die Deutschen Kollegen. Beruflich ist die Beherrschung verschiedener Sprachen sehr vorteilhaft, weil man dann unterschiedliche Entwicklungen besser verfolgen und in die eigene Arbeit integrieren kann. Die übersichtliche Größe der VUB hilft, dass man sich nicht in der Anonymität der Studentenmassen verliert, und sorgt für eine gemütliche Atmosphäre in der Großstadt. Auch das Erlernen einer neuen Sprache und Kultur hat meiner Meinung nach nur Vorteile. Belgien erscheint zwar weniger exotisch als andere Länder, ist aber trotz seiner Nähe doch anders genug, um vieles neu zu entdecken. Die Lage auf der romanisch-germanischen Kulturgrenze macht Belgien einzigartig.

Worin sehen Sie die Nachteile eines Studiums in Belgien?
Belgien ist in vieler Hinsicht teurer als Deutschland. Ansonsten kommt mir echt nichts Negatives in den Sinn, als dass es sich mir dauerhaft eingeprägt hätte.

Was empfehlen Sie deutschen Schulabgängern, die an einem solchen Studiengang interessiert sind?
So früh wie möglich anfangen Niederländisch zu lernen, eine gute Beherrschung der Sprache ist fürs Studium und die soziale Integration äußerst wichtig.

Welche positiven und negativen Erfahrungen haben Sie bisher mit dem Studium gemacht?
Positive eine Menge, negative eigentlich keine. Belgische Studenten sind eher gedrillt um mehr auswendig zu lernen, und haben dadurch einen gewissen Vorteil in den ersten Semestern gegenüber Abiturienten, die aus der Oberstufe ausführliche Diskussionen gewöhnt sind.
Für eine Doktorarbeit, braucht man eine deutliche Planung, viel Selbständigkeit, Mut und einen Doktorvater der hinter einem steht.

Was planen Sie für die Zukunft?
Ich möchte gerne so schnell wie möglich meine Doktorarbeit erfolgreich abschließen, und dann noch ein paar neue Länder näher kennen lernen.

Würden Sie den gleichen Weg noch mal gehen?
Ohne Zweifel!!

Ich wünsche weitere Informationen, u.a. auch den Newsletter von www.uni-vub.de und stimme zu, dass meine Adresse an Hochschulen weitergeleitet wird, damit mir Infomaterial zugesendet werden kann.

Meine Anfrage:


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